Allgemeines

Für die Plenarveranstaltungen ist keine gesonderte Anmeldung erforderlich.

Die Plenarvorträge stehen allen Kongressteilnehmern offen und sind durch die Grundgebühr abgedeckt.

Prof. Dr., Dipl.-Psych. Nicola Döring, Ilmenau

Sexuelle Beziehungen der Zukunft: Vom Internetsex zum Robotersex

Datum: Samstag, 7. September, 08.30 Uhr
Ort: Theater Erfurt - Großes Haus

Im Jahr 2050 wird es für Frauen wie Männer völlig normal sein, sexuelle Interaktionen und Beziehungen mit Robotern zu pflegen - so lauten aktuelle Prognosen. Sexroboter sind längst keine Science-Fiction-Visionen mehr, sondern heute bereits Realität. Seit mehr als zehn Jahren wird Robotersex in der Fachliteratur behandelt. Der öffentliche Diskurs zum Thema ist gespalten: Utopischen Versprechungen grenzenloser sexueller Lusterfüllung stehen dystopische Warnungen vor Beziehungslosigkeit, Vereinsamung und Verrohung gegenüber. Der Vortrag plädiert dafür, die Pro- und Kontra-Polarisierung zu überwinden und sich der zunehmenden Technisierung und Roboterisierung unserer sexuellen Beziehungen mit Neugier, Ambiguitätstoleranz und konstruktivem Gestaltungswillen zu nähern: Roboter, Avatare, Bots usw. sind menschengemacht, sie bergen Chancen und Risiken, ihre Erscheinungsformen und Nutzungsweisen sind beeinflussbar.


Nicola Döring ist Universitätsprofessorin für Medienpsychologie und Medienkonzeption am Institut für Medien und Kommunikationswissenschaft (IfMK) der Technischen Universität Ilmenau. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören psychologische und soziale Aspekte der Online- und Mobilkommunikation, Forschungsmethoden und Evaluation, Gender- und Sexualforschung. Sie ist Mitherausgeberin der Zeitschrift für Sexualforschung (Thieme).


Ausgewählte Buchveröffentlichungen:

  • Döring, N. & Bortz, J. (unter Mitarbeit von S. Pöschl) (2016). Forschungsmethoden und Evaluation in den Sozial- und Humanwissenschaften (5., vollständig überarbeitete, aktualisierte und erweiterte Auflage). Heidelberg: Springer
  • Döring, N. (2003). Sozialpsychologie des Internet. Die Bedeutung des Internet für Kommunikationsprozesse, Identitäten, soziale Beziehungen und Gruppen (2., vollst. überarb. u. erw. Aufl.). Göttingen: Hogrefe.
Referentin

Universitätsprofessorin für Medienpsychologie und Medienkonzeption am Institut für Medien und Kommunikationswissenschaft (lfMK) der technischen Universität Ilmenau, Mitherausgeberin der Zeitschrift für Sexualforschung (Thieme)

Web: www.nicola-doering.de

Prof. Dr. phil. Silja Samerski, Emden/Leer

Der Patient als Datensatz? Auswirkungen der Digitalisierung auf die therapeutische Beziehung

Datum: Sonntag, 8. September, 08.30 Uhr
Ort: Theater Erfurt - Großes Haus

Elektronische Gesundheitsakten, Online-Coaching, computergestützte Diagnose- und Therapieentscheidungen - digitale Technik gehört im Gesundheitssystem bereits zum Alltag. Auch vor der Psychotherapie macht die digitale Revolution nicht halt: Außerhalb von Deutschland boomt die Online-Psychotherapie, und auch hierzulande werden digitale Kommunikations- und Coaching-Angebote, wie beispielsweise Depressions-Apps, diskutiert und getestet.
Als Profession, die bis heute das Sprechen und Zuhören in den Mittelpunkt stellt, steht die Psychotherapie angesichts der digitalen Revolution vor besonderen Herausforderungen. In einer datenfixierten Medizin kommt das Gespräch, die Beziehung zwischen zwei Menschen als Fundament der Heilkunde, immer weniger vor. Nicht nur deshalb, weil Ärzt*innen gar keine Zeit mehr für das Sprechen haben, sondern auch aus einem tieferliegenden Grund: In einer datengetriebenen Medizin „sprechen“ die Daten, aber nicht mehr die Menschen. Bereits heute werden Patient*innen immer weniger als leibhaftige Personen verstanden und stattdessen immer mehr als Datenprofile behandelt. Das persönliche Gespräch verkommt zunehmend zum Beiwerk, das dem gesundheitsbezogenen Datenmanagement einen humanen Anstrich verleiht. Durch die digitale Revolution im Gesundheitswesen werden daher nicht nur Selbstbestimmung und Datenschutz herausgefordert, sondern es stellt sich auch die fundamentale Frage, wer wir füreinander sind und in Zukunft sein wollen. Hier könnte die Psychotherapie Orientierung bieten, indem sie das Bewusstsein dafür pflegt, dass Gegenwart, Zuhören und Verstehen das Fundament einer menschlichen Heilkunst sind.


Silja Samerski ist Diplom-Biologin und promovierte Sozialwissenschaftlerin und forscht u.a. zum Einfluss neuer Technologien auf das Gesundheitsverständnis, die Selbstwahrnehmung und die Arzt-Patientenbeziehung. Zuletzt leitete sie u.a. eine Studie zur digitalen Gesundheitskompetenz für die TK. Seit Oktober 2018 bekleidet sie die Professur für Soziale Arbeit mit dem Schwerpunkt Gesundheit an der Hochschule Emden/Leer.


Ausgewählte Buchveröffentlichungen:

  • Samerski, Silja (2002): Die verrechnete Hoffnung. Von der selbstbestimmten Entscheidung durch genetische Beratung. Münster: Westfälisches Dampfboot.
  • Samerski, Silja (2010): Die Entscheidungsfalle. Wie genetische Aufklärung die Gesellschaft entmündigt. Darmstadt: WBG.
  • Samerski, Silja (2017): Beratung. In: Gronemeyer, Reimer und Jurk, Charlotte: Entprofessionalisieren wir uns! Ein kritisches Wörterbuch über die Sprache in Pflege und sozialer Arbeit. Bielefeld: transcript.
  • Samerski, Silja (2017): Informierte Entscheidung. In: Gronemeyer, Reimer und Jurk, Charlotte: Entprofessionalisieren wir uns! Ein kritisches Wörterbuch über die Sprache in Pflege und sozialer Arbeit. Bielefeld: transcript.
  • Müller, Hardy und Samerski, Silja (2016): Big Data: Eine Datenethik ist unabdingbar. Deutsches Ärzteblatt 113 (40): A 1749.
  • Silja Samerski (2018): Individuals on alert: digital epidemiology and the individualization of surveillance, Life Sci. Soc. Policy 14(1):13. doi: 10.1186/s40504-018-0076-z.
  • Samerski, Silja (2013): Professioneller Entscheidungsunterricht. Vom Klienten zum mündigen Entscheider. Leviathan. Berliner Zeitschrift für Sozialwissenschaft 41 (1): 144-62.
Referentin

Diplom-Biologin und promovierte Sozialwissenschaftlerin, Professorin für Soziale Arbeit mit dem Schwerpunkt Gesundheit, Hochschule Emden/Leer

Prof. Dr. Gary S. Schaal

Wie bleibt die Zukunft der Demokratie menschlich?

Datum: Montag, 9. September, 08.30 Uhr
Ort: Theater Erfurt - Großes Haus

Die Demokratie ist die „menschlichste“ Staatsform, denn sie rückt – idealer Weise – den Menschen gleich dreifach in den Mittelpunkt: Erstens entspringt sie den Idealen der Selbstbestimmung und der Emanzipation, zweitens wird ihre Politik durch die Beteiligung aller Bürger*innen geformt und drittens ist die Politik an ihren Bedürfnissen orientiert.
Der Mensch droht jedoch in unmittelbarer Zukunft aus dieser Mitte verstoßen zu werden: Big Data verheißt, unsere Bedürfnisse und politischen Interessen besser als wir selbst zu kennen, so dass Wahlen und Abstimmungen im Vergleich zu algorithmischen Entscheidungssystemen schon in naher Zukunft wie Anachronismen einer irrationalen Vergangenheit wirken könnten. In den Neurowissenschaften werden immer lauter Zweifel daran artikuliert, dass der Mensch überhaupt einen freien Willen besitzt. Erwartet wird für die nächsten Jahre, dass aus der Verbindung von Neurowissenschaften und Big Data effektive Techniken der individuellen Verhaltenssteuerung – das sogenannte „Big Nudging“ – resultieren werden, die Selbstbestimmung als charmanten, aber realitätsfreien Spleen idealistischer Humanisten im Ausklang der Aufklärung desavouieren werden. Zudem besitzt Big Data das Potential, die politische Gemeinschaft zu zersetzen, weil die Bürger*innen zunehmend individueller und persönlicher angesprochen werden können. Schließlich gewinnen in etablierten Demokratien autoritäre und nationale Bewegungen zunehmend an Einfluss, die nicht mehr alle Menschen, sondern spezifische Gruppen der Gesellschaft in das Zentrum der Politik stellen wollen.
Damit die Zukunft der Menschheit trotz autoritärer und nationaler Anfeindungen demokratisch bleiben kann, bedarf sie der leidenschaftlichen Verteidigung. Damit sie trotz Digitalisierung menschlich bleibt, bedarf sie einer grundlegenden Transformation. Unser Engagement ist bereits heute notwendig, um wichtige Weichenstellungen in eine digitale und doch menschlich bleibende Zukunft der Demokratie nicht zu verpassen. Welche Veränderungen angesichts der immensen Herausforderungen notwendig sind, und wie wir – als Bürgerinnen und Bürger – aktiv an diesen Veränderungen teilhaben können, soll im Vortrag diskutiert werden.


Gary S. Schaal ist Inhaber des Lehrstuhls für Politische Theorie an der Helmut-Schmidt-Universität, Hamburg. Er studierte Politikwissenschaft, Germanistik und Philosophie an der FU Berlin und arbeitete anschließend an der FU Berlin, der TU Dresden sowie der Universität Stuttgart, anschließend war er Heisenbergstipendiat der DFG. Gary S. Schaal war Gastprofessor am Wissenschaftszentrum Berlin sowie der Sciences Po Lille. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Politischen Theorie, der Emotions- sowie der empirischen Demokratie- und Digitalitätsforschung. Beginnend mit seiner 2004 erschienen Habilitationsschrift arbeitet er kontinuierlich an der Bedeutung von Vertrauen für moderne Demokratien.
Er ist Mitglied des Lenkungskreises der Digital Humanities Infrastruktur CLARIN-D, der Planungsgruppe »Digitalisierung und Demokratie« der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina und Berater des Bundesministeriums der Verteidigung im Bereich Maritime Sicherheit und Digitalisierung.


Ausgewählte Buchveröffentlichungen:

  • Politische Theorien der Gegenwart I-III, 4. Auflage, hrsg. mit André Brodocz, UTB, 2017
  • Politische Theorien der Moderne, 3. Auflage, mit Felix Heidenreich, UTB, 2017
  • Politik der Gefühle. Zur Bedeutung von Emotionen für die Demokratie, mit Felix Heidenreich, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, APuZ 32–33/2013 http://www.bpb.de
Referent

Politikwissenschaftler, Inhaber des Lehrstuhls für Politische Theorie an der Helmut-Schmidt-Universität, Hamburg.

Prof. Dr. phil. Ralf Lankau, Offenburg

Die sogenannte digitale Bindung und der lernende Mensch

Datum: Dienstag, 10. September, 08.30 Uhr
Ort: Theater Erfurt - Großes Haus

Wenn man Verlautbarungen aus den Wirtschafts-, Wissenschafts- und den Kultusministerien verfolgt, scheint es für Bildungseinrichtungen nur noch ein Ziel zu geben: Digitalisierung, idealiter schon in der Kita und Grundschule.  Programmieren schon im Kindergarten, „Einmaleins und ABC nur mit dem PC“ (BMBF 2016), eLearning und Online Courses dann lebenslang. Dabei wird weder nach Lebensalter oder Schulformen unterschieden, noch wird nach Fachinhalten oder (Aus-) Bildungszielen differenziert. Nicht einmal die grundsätzliche Frage wird gestellt: Welche Lehr- und Lernprozesse lassen sich überhaupt digital abbilden? Digitaltechnik wird einfach als Universalschlüssel behauptet.
Die Argumente für Digitaltechnik sind dabei seit den 1980er Jahren (Einführung von PC an Schulen) identisch, das Ziel auch: „Wie bekommt man mit möglichst wenig Ressourcen möglichst viel Stoff möglichst schnell in die Köpfe?“ (Pias, 2013  ). Ausgeblendet wird, dass auch nach mehr als 40 Jahren Erfahrung mit Computern in Schulen ein Mehrwert der Digitaltechnik nicht belegt werden kann. Das zeigen alle relevanten Studien von PISA bis zur OECD-Studie und, bei genauer Lektüre, sogar Studien, die zunächst das Gegenteil behaupten wie beim Aktionsrat Bildung oder einer Studie der TU München .  Statt der Monokultur der unterschiedslosen „Digitalisierung als Heilslehre“ zu folgen, sollte die Ausdifferenzierung nach Schul- und Altersstufen stehen, nach Inhalten und Zielen von „Medien im Unterricht“. Benannt werden müssen die Akteure der Technikforderungen an Schulen (Stichwort: Global Education Industries. GEI) – und Alternativen.


Prof. Dr. phil. Ralf Lankau ist Grafiker, Philologe und promovierter Kunstpädagoge. Er studierte Klassische Philologie und Kunstwissenschaft, Germanistik und Kulturanthropologie an der Goethe-Universität, Frankfurt, und leitete danach 15 Jahre eine eigene Agentur. Seit 2002 ist er Professor für Mediengestaltung und -theorie an der Hochschule Offenburg und leitet die grafik.werkstatt. Er ist Autor von Fachbüchern, Fachartikeln und Lehrmaterial und publiziert zu Mediengestaltung, Digitaltechnik und (Medien-) Pädagogik. Lankau setzt sich seit Jahren kritisch mit dem Einsatz digitaler Techniken im Bildungswesen auseinander und publiziert auf der Website seines Forschungsprojekts: futur iii: Digitaltechnik zwischen Freiheitsversprechen und Totalüberwachung. (Website: futur-iii.de). Lankau ist Mitglied der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler e.V. (vdw e.V.); Mitglied des Vorstands der Gesellschaft für Bildung und Wissen e.V. (bildung-wissen.eu) sowie Initiator und Gründungsmitglied des Forums für Humane Bildung (aufwach-s-en.de).


Ausgewählte Buchveröffentlichungen:

  • Kein Mensch lernt digital. Über den sinnvollen Einsatz neuer Medien im Unterricht, Beltz, Weinheim, 2017
  • Gestalten als Form des Erkennens. Kreativität und (Digital-)Technik in Kunstpädagogik und Mediengestaltung, kopaed, München, 2014
  • Lehrbuch Mediengestaltung. Grundlagen der Kommunikation und Visualisierung, dpunkt, Heidelberg, 2007
  • Das schöpferische Ich an Touchscreen und Tastatur? oder: Autonomie im Kontext von Kreation und Gestaltung im digitalen Umfeld, in: Breyer-Mayländer (2018) Das Streben nach Autonomie. Reflexionen zum digitalen Wandel. Herausgegeben von Prof. Dr. Thomas Breyer-Mayländer, S. 189-197
  • Datenschutz? Gibt’s doch gar nicht. Ein paar grundsätzliche Überlegungen für Nichtinformatiker und Lehrende zum Umgang mit Rechnern und Internet. in: Paul Tarmann (Hrsg.) Datenschutz – „Big Data“ als gesellschaftliche und politische Herausforderung. Gesellschaft & Politik. Zeitschrift für soziales und wirtschaftliches Engagement, Heft 2/17, S. 17-24
Referent

Grafiker, Philologe und promovierter Kunstpädagoge, Professor für Mediengestaltung und -theorie an der Hochschule Offenburg, Er leitet die grafik.werkstatt und hat dort Linux und Open Source-Software eingeführt.

Prof. Dr. Dirk Helbing, Zürich

Die Automatisierung der Gesellschaft - Auf dem Weg zur Datendiktatur?

Datum: Mittwoch, 11. September, 08.30 Uhr
Ort: Theater Erfurt - Großes Haus

Die Art, wie wir gegenwärtig Wirtschaft und Gesellschaft organisieren, wird sich fundamental ändern. Wir erleben derzeit den größten historischen Umbruch seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs: Auf die Automatisierung der Produktion und die Erfindung selbstfahrender Fahrzeuge folgt nun die Automatisierung der Gesellschaft. Damit steht die Menschheit an einem Scheideweg, bei dem sich große Chancen abzeichnen, aber auch beträchtliche Risiken. Treffen wir jetzt die falschen Entscheidungen, könnte das unsere größten gesellschaftlichen Errungenschaften bedrohen.
Das Gebiet der künstlichen Intelligenz macht atemberaubende Fortschritte. Künstliche Intelligenz ist mittlerweile lernfähig und entwickelt sich selbstständig weiter. Algorithmen können nun Schrift, Sprache und Muster fast so gut erkennen wie Menschen und viele Aufgaben sogar besser lösen. Algorithmen werden in den kommenden 10 bis 20 Jahren wohl die Hälfte der heutigen Jobs verdrängen. 40 Prozent der Top-500-Firmen werden in einem Jahrzehnt verschwunden sein.
Heute wissen Algorithmen, was wir tun, was wir denken und wie wir uns fühlen – vielleicht sogar besser als unsere Freunde und unsere Familie, ja als wir selbst. Oft sind die unterbreiteten Vorschläge so passgenau, dass sich die resultierenden Entscheidungen wie unsere eigenen anfühlen, obwohl sie fremde Entscheidungen sind. Tatsächlich werden wir auf diese Weise immer mehr ferngesteuert. Je mehr man über uns weiß, desto unwahrscheinlicher werden freie Willensentscheidungen mit offenem Ausgang.
Diese Technologien finden auch in der Politik zunehmend Zuspruch. Unter dem Stichwort Nudging versucht man, Bürger im großen Maßstab zu gesünderem oder umweltfreundlicherem Verhalten "anzustupsen" – eine moderne Form des Paternalismus. Der neue, umsorgende Staat interessiert sich nicht nur dafür, was wir tun, sondern möchte auch sicherstellen, dass wir das Richtige tun. Das Zauberwort ist "Big Nudging", die Kombination von Big Data und Nudging. Es erscheint manchem wie ein digitales Zepter, mit dem man effizient durchregieren kann, ohne die Bürger in demokratische Verfahren einbeziehen zu müssen.
Inzwischen ruft diese Entwicklung alarmierte Stimmen auf den Plan. Technologievisionäre wie Elon Musk von Tesla Motors, Bill Gates von Microsoft und Apple-Mitbegründer Steve Wozniak warnen vor Superintelligenz als einer ernsten Gefahr für die Menschheit, vielleicht bedrohlicher als Atombomben.
Ist das Alarmismus?


Dirk Helbing ist Professor für Computational Social Science am Department Geistes-, Sozial- und Staatswissenschaften sowie beim Department of Computer Science der ETH Zürich assoziiert. Seine aktuellen Studien diskutieren global vernetzte Risiken und die versteckten Gesetzmäßigkeiten der globalen Seuchenausbreitung. An der Delft University of Technology leitet er das Doktorandenprogramm "Engineering Social Technologies for a Responsible Digital Future". Er ist zudem gewähltes Mitglied der Deutschen Akademie der Wissenschaften.


Ausgewählte Buchveröffentlichung:

  • Thinking Ahead   Essays on Big Data, Digital Revolution, and Participatory Market Society, Springer Verlag, 2015
Referent

Professor für Computational Social Science am Department für Geistes-, Sozial- und Politikwissenschaften sowie Mitglied des Informatikdepartments der ETH Zürich