Allgemeines

Am Samstag 12.09.2020, 20.15 Uhr

Vorher gibt es für die Teilnehmer der Erfurter Psychotherapiewoche von 19.40 Uhr bis 20.10 Uhr einen Sektempfang im Untergeschoss des Theaters Erfurt.


weiter zum Anmeldeformular
Matthias Politycki

Haltung zeigen oder selber denken? Wie uns die richtige Gesinnung in Weimarer Verhältnisse treibt

Datum: Samstag, 12. September, 20.15 Uhr
Ort: Theater Erfurt - Großes Haus

Anmeldung erforderlich!

Schon in Polityckis dystopischem Roman „Samarkand Samarkand“ (2013) herrscht in Deutschland Bürgerkrieg zwischen Linken und Rechten. 2019 veröffentlichte er, gemeinsam mit dem Schweizer Philosophen Andreas Urs Sommer, eine Streitschrift über Sprechverbote, Selbstzensur, Ausgrenzung und Zerfall unserer Gesellschaft: „Haltung finden. Weshalb wir sie brauchen und trotzdem nie haben werden“. Sein aktueller Roman „Das kann uns keiner nehmen“ (2020) handelt von zwei Deutschen, die aufgrund ihrer politischen Überzeugungen zu Hause kein Wort miteinander wechseln würden; ein Schneesturm auf dem Kilimandscharo bringt die beiden wider Willen miteinander ins Gespräch – der Beginn einer ganz und gar unwahrscheinlichen Freundschaft. Die Spaltung unsrer Gesellschaft, wie sie von beiden Rändern zunehmend mit Haß und Gewalt betrieben wird, beschäftigt Politycki seit Jahren in essayistischer wie literarischer Form. Als philosophischer Denker ist er Nietzscheaner, der den Mainstream-Ideologien von Rechts wie Links mit der Haltung des Perspektivisten entgegentritt. Als politischer Schriftsteller ist er ein Grüner der ersten Stunde; dem neolinken Herrschaftsdiskurs setzt er die altlinke Tugend des Ausdiskutierens entgegen.

 

Matthias Politycki, geboren 1955 in Karlsruhe und aufgewachsen in München, wurde schon mit seinem opulenten Romandebüt 1987 als „Formfex im Sprachfels“ (Die Welt) gefeiert. Sein Werk besteht heute aus über 30 Büchern, darunter mehrere Romane, Erzähl- und Gedichtbände sowie vielbeachtete Essaysammlungen seiner Debattenbeiträge in den Feuilletons. Er gilt als Abenteurer und Weltreisender unter den deutschen Schriftstellern, aber auch als großer Stilist und Erzähler. Politycki ist Mitglied des PEN und der Freien Akademie der Künste in Hamburg; er lebt in Hamburg und München. www.matthias-politycki.de

Ausgewählte Literatur:
Das kann uns keiner nehmen: Roman. Hoffmann und Campe. Hamburg. 2020
Gemeinsam mit Andreas Urs Sommer. Haltung finden: Weshalb wir sie brauchen und trotzdem nie haben werden. Metzler. Stuttgart 2019
Meine Reise zum Tadsch Mahal.Hoffmann und Campe. Hamburg. 2018
Samarkand Samarkand. Hoffmann und Campe, Hamburg 2013
Freischwimmer. Drei Erzählungen. Svato Verlag, Hamburg 2011. Mit 11 farbigen Linolschnitten von Svato Zapletal.
Jenseitsnovelle. Hoffmann und Campe, Hamburg 2009
In 180 Tagen um die Welt. Das Logbuch des Herrn Johann Gottlieb Fichtl. marebuchverlag, Hamburg 2008.

Referent

Deutscher Schriftsteller. Er hat Romane, Erzählungen, Gedichte, Essays sowie Hörbücher publiziert und gilt als Weltreisender unter den deutschen Autoren.